Während bundesweit rund 175.000 Kolleginnen und Kollegen bei etwa 280 Aktionen ein deutliches Zeichen gegen Stellenabbau, Werksschließungen und Angriffe auf tarifliche Errungenschaften setzten, machten unter anderen auch die Belegschaften von Volkswagen, MAN und Bosch in Salzgitter unmissverständlich klar: Wir sind nicht bereit, die Fehler von Management und Politik auszubaden!
In unserer Geschäftsstelle Salzgitter-Peine beteiligten sich mehr als 5.000 Beschäftigte an Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen. Die Botschaft war überall dieselbe: Nicht die Beschäftigten haben die Krise verursacht und deshalb werden sie nicht allein die Rechnung bezahlen!
Deutlich wurde dies auch bei Bosch in Salzgitter. Die heute produzierten Motorsteuergeräte für Verbrennungsmotoren laufen in den kommenden Jahren aus. Doch statt verbindlicher Zusagen für neue Produkte und Zukunftstechnologien fehlt es bislang an Investitionen und einer klaren Perspektive. Die Beschäftigten fordern deshalb berechtigterweise Zukunftsprodukte, Standortsicherung und Investitionen statt schleichendem Abbau.
IG Metall Vorstandsmitglied Nadine Boguslawski machte bei ihrem Besuch in Salzgitter deutlich, worum es jetzt geht: Die deutsche Automobilindustrie braucht Innovationen, Investitionen und politische Rahmenbedingungen, die eine industrielle Wertschöpfung in Deutschland ermöglichen. Statt Beschäftigte unter Druck zu setzen oder tarifliche Standards anzugreifen, müssen Unternehmen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden!
Hohe Energiekosten, unfairer internationaler Wettbewerb und fehlende industriepolitische Antworten gefährden zunehmend Arbeitsplätze und Standorte. Deshalb fordern wir als IG Metall eine aktive Industriepolitik mit fairen Wettbewerbsbedingungen, wirksamem Schutz vor Dumping, einer Senkung des Industriestrompreises und ein klares Bekenntnis zur regionalen Wertschöpfung.
Unterstützung erhielten die Beschäftigten auch aus der Stadtgesellschaft. Oberbürgermeister Frank Klingebiel stellte sich bei den Kundgebungen an die Seite der Belegschaften und würdigte ihr Engagement, das er unterstützen möchte.
Die Aktionen in unserer Geschäftsstelle Salzgitter-Peine haben gezeigt: Die Kolleginnen und Kollegen stehen zusammen. Sie werden nicht tatenlos zusehen, wenn Arbeitsplätze vernichtet, Produktionen verlagert oder soziale Errungenschaften wie Tarifverträge, Mitbestimmung, die Altersteilzeit oder die Rente infrage gestellt werden.
Der Aktionstag war deshalb mehr als ein Protest. Er war ein deutliches Signal an Unternehmensleitungen und Politik: Wer die Zukunft der Industrie sichern will, muss in Standorte, Beschäftigte und Innovationen investieren, statt auf Kahlschlag zu setzen.
Nächster Halt: Bundesweiter Protest am 26. September!
Der Kampf um unsere Arbeitsplätze, unseren Sozialstaat und eine starke Industrie geht weiter. Deshalb gehen wir am 26. September gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet erneut auf die Straße. In Hannover und an 14 weiteren Aktionsorten machen wir deutlich: Wir werden nicht zulassen, dass soziale Sicherheit, Mitbestimmung und gute Arbeit dem Rotstift zum Opfer fallen. Wir kämpfen für sichere Renten, ein verlässliches Gesundheitssystem, starke Tarifverträge und eine Zukunftsperspektive für die Beschäftigten in diesem Land.